
So., 24. Januar 2027
um 17:00
Hommage à Beethoven
Ensemble BREEZE
Evgenia Rubinova
Klavier
Großer Kursaal Bad Cannstatt
Programm
L.v. Beethoven: Sonate Nr. 22 F-Dur, op. 54
R. Schumann: „Fantasiestücke“ für Klarinette und Klavier, op. 73
W. A. Mozart: Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, Es-Dur, KV 452
PAUSE
R. Schumann: 3 Romanzen für Oboe und Klavier, op. 94
L.v. Beethoven: Quintett für Klavier, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott, Es-Dur, op. 16
Die belgische Klarinettistin Annelien Van Wauwe, ehemalige Vertreterin der BBC New Generation Artists, Gewinnerin des ARD Musikwettbewerbs und Preisträgerin des Borletti Buitoni Trust Award, ist bekannt für ihre gefühlvollen, intensiven und lyrischen Interpretationen. Für das Debutalbum Belle Epoque beim Label Pentatone, erhielt sie 2020 einen Opus Klassik als beste Nachwuchskünstlerin.
Zu Annelien Van Wauwes Engagements in der Saison 2023/24 gehören u.a. Auftritte bei den BBC Proms. Mit der Dresdner Philharmonie unter der Leitung von Andrew Manze wird sie die deutsche Erstaufführung des Bassettklarinettenkonzerts "Sutra" von Wim Henderickx spielen, eine Auftragskomposition die ihre Vorliebe für zeitgenössische Musik und ihre intensive Auseinandersetzung mit Yoga spiegelt: ein Werk basierend auf Atem und Meditation.
Inzwischen musizierte Annelien Van Wauwe mit einer Reihe internationaler Spitzenorchester, darunter das Konzerthausorchester Berlin, das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Brussels Philharmonic, das Royal Philharmonic Liverpool und die zahlreichen BBC-Orchester mit renommierten Dirigenten wie Joshua Weilerstein, Michael Schønwandt, Jun Märkl, Thomas Dausgaard, Hartmut Haenchen u.a. Sie ist regelmäßig zu Gast bei internationalen Musikfestivals wie dem Lucerne Festival, dem Schleswig-Holstein Musik Festival und dem Kissinger Sommer.
Nach dem Studium am Royal College of Music Junior Department und an der Barenboim-Said-Akademie in Berlin gewann Ben Goldscheider einen Preis bei den YCAT International Auditions 2019, war Finalist im Konzertwettbewerb des BBC Young Musician Competition 2016 und wurde vom Barbican als ECHO Rising Star für die Saison 2021/22 nominiert.
Aktuell spielt Ben Goldscheider als Solohornist im West-Eastern Divan Orchestra und ist Mitglied der Camerata Pacifica. Er gehört außerdem dem Boulez Ensemble an. Am Königlichen Konservatorium in Antwerpen hat er eine Professur inne und ist als Artist in Associate am Royal Welsh College of Music & Drama tätig.
Ben Goldscheider hat Konzerte in großen Konzertsälen in ganz Europa gegeben, darunter im Concertgebouw, in der Elbphilharmonie Hamburg, in der Kölner Philharmonie, im Musikverein, im Pierre Boulez Saal und in der Wigmore Hall. Als Solist trat er mit Orchestern wie der Academy of St Martin in the Fields, BBC NOW, BBC Symphony Orchestra, City of Birmingham Symphony Orchestra (BBC Proms), Das Sinfonie Orchester Berlin, Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Lucerne Symphony. Zu seinen jüngsten Höhepunkten zählen die Weltpremiere von Brian Elias’ Hornkonzert mit dem BBC Symphony Orchestra (Sakari Oramo) beim Aldeburgh Festival, die irische Erstaufführung von Higgins’ Konzert mit dem Ulster Orchestra (Paweł Kapuła) sowie Auftritte mit der Tokyo Philharmonic und dem Aichi Chamber Orchestra.
Der Fagottist Marceau Lefèvre war Stipendiat der Berliner Philharmoniker, und ist Preisträger zahlreicher internationaler Wettbewerbe, u.a. des Aeolus Düsseldorf, des Hülsta woodwinds Münster, und des FMAJI Paris.
Als Solist konzertierte Marceau Lefèvre mit Orchestern wie den Düsseldorfer Symphonikern, dem Orchester der Akademie der Berliner Philharmoniker, dem Kölner Kammerorchester. Von September 2017 bis 2023 war er Solofagottist der Brüsseler Philharmoniker. Seit 2023 ist er Mitglied des renommierten Ensemble Intercontemporain in Paris.
Als sehr aktiver Kammermusiker ist er regelmäßig Gast bei internationalen Festivals. Marceau Lefèvre ist Mitglied des Quintetts Akébia, des Ensembles La Fresque. Er wirkte mehrfach beim Scharoun Ensemble Berlin mit. Marceau Lefèvre spielte als Solofagottist mit Spitzenorchestern wie dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, dem Rotterdam Philharmonic, dem Orchestre National de France, dem City of Birmingham Orchestra, dem Konzerthaus Orchester Berlin, dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg. Er ist Mitglied des Verbier Festival Chamber Orchestras.
Oboist Juri Vallentins Suche nach neuen Ausdrucksformen hat ihm einen herausragenden Platz unter den Oboisten seiner Generation eingebracht. Als Gewinner des XVI. Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerbs, des Deutschen Musikwettbewerbs und des Internationalen Oboenwettbewerbs in Japan, trat er solistisch mit verschiedenen Orchestern auf, darunter das Mariinsky Orchestra St. Petersburg, das Beethoven Orchester Bonn, das Niedersächsische Staatsorchester Hannover. 2021 gewann er den Berlin Prize for Young Artists 2021 für neue Konzertkonzepte mit seiner Solodarbietung INNER VOICES. Im Jahr 2023 wurde er als Mitglied des Bowers Programms der Chamber Music Society of Lincoln Center in New York City ausgewählt. Sein Debütalbum Bridges sowie zahlreiche Produktionen für den BR, SWR oder Deutschlandfunk dokumentieren seine künstlerische Arbeit. Neben dem klassischen Repertoire für Oboe widmet er sich der Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten. Er hat zahlreiche Uraufführungen von Werken von Toshio Hosokawa, Gilles Silvestrini oder András Hamary gespielt. Im Jahr 2021 wurde Juri Vallentin zum Professor für Oboe an der Hochschule für Musik Karlsruhe berufen.
Evgenia Rubinova
Gerühmt wird ihre „kontrapunktische Klarheit“ und ihr „kantables und äußerst klangsinnliches“ Spiel (Fono Forum), ihre „Souveränität im musikalischen Ausdruck“ (Rondo) sowie eine „überlegene Balance der Extreme“ (FAZ). Die internationale Presse hebt „stunning dynamics and unconventional ideas“ (Pizzicato) hervor und befindet: „her performance, freer than many other more severely metronomic offerings, is masterly“ (Gramophone).
Beim renommierten Klavierwettbewerb in Leeds, zu dessen Preisträgern zuvor auch Andras Schiff, Lars Vogt und Mitsuko Uchida zählten, wurde die Pianistin Evgenia Rubinova 2003 mit der Silbermedaille ausgezeichnet. Sie musizierte mit zahlreichen renommierten Orchestern, darunter dem London Philharmonic Orchestra, dem Hallé Orchestra, dem Ensemble Orchestral de Paris, dem Wiener Kammerorchester, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart und dem Gürzenich-Orchester Köln. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Vladimir Jurowski, Mark Elder, Paolo Carignani, Karen Kamensek, Marcus Bosch und Michael Sanderling sowie mit Kammermusikpartnern wie Albrecht Mayer, Annelien van Wauwe, Sophie Dervaux und Maximilian Hornung. Auftritte führten sie bereits in die Wigmore Hall, die Queen Elisabeth Hall und die Royal Albert Hall in London, in die Berliner Philharmonie, die Elbphilharmonie und die Laeiszhalle Hamburg, die Liederhalle Stuttgart, die Kölner Philharmonie, auf das Schleswig-Holstein Musik Festival ferner nach Peking, New York, Washington, Chicago, Tokio, Paris und Zürich. Ihre CDs, die bei EMI, CAVi und Telos erschienen, erhielten international beste Kritiken. Ihre neueste Einspielung „Tchaikovsky‘s Testament“ (2024 genuin) wurde als neue Referenzaufnahme der 18 Klavierstücke op. 72 gepriesen.
Im 2026 wurde Evgenia Rubinova zur Professorin für Klavier am Leopold Mozart College of Music Augsburg berufen.
Die Quintette für Klavier und Bläser von Mozart und Beethoven entstanden als einzigartige kompositorische Verknüpfung für die Pianisten und vorzüglichen Bläser der Musikstadt Wien Ende des 18. Jahrhunderts. Das Klavier darf kraftvoll in einem raumgreifenden Satz wie in einem Solokonzert auftreten. Die Bläserklänge werden mal voller Vitalität, mal empfindsam ausgekostet und betonen den konzertierenden Charakter. Kunstvolle Musik für Bläser, sogenannte Harmoniemusik kam ab 1770 in Mode. In den Adelshäusern wurden die Gesellschaften mit raffinierten Bläserbearbeitungen von Opern unterhalten. Auch in den sinfonischen Werken traten sie ganz neu hervor. Diese Entwicklung spiegelt sich in den Quintetten.
Mozart hat sein Quintett 1784 unter außerordentlichem Beifall selber als Pianist in einer Akademie der damaligen Hofoper uraufgeführt. „Ich selbst halte es für das beste, was ich noch in meinem Leben geschrieben habe“, heißt es in einem Brief an seinen Vater. Die pure Schönheit der Themen, die Reize des Bläserklanges im Dialog mit dem Klavier ähneln denen der zeitgleich entstandenen Klavierkonzerte KV 450, 451, 453. Die kunstvolle Gesanglichkeit der Bläser entwickelt Mozart später in seinen Opern fort.
Beethovens Quintett für Klavier und Bläser, op. 16, aus dem Jahr 1796 wird in enger Verbindung zu Mozarts Werk gesehen: die gleiche Tonart Es-Dur, ideal für Besetzungen mit Horn, und der gleiche formale dreisätzige Aufbau. Mit den melodischen Anklängen an Opernthemen Mozarts wie die Zerlina-Arie „Batti, batti“ aus „Don Giovanni“ bilden sie eine geniale Synthese aus konzertierendem und kammermusikalischem Stil. Andersartig sind die schroffen Akzente der Bläser und die Behandlung von Bläsern und Klavier wie Klanggruppen in einem Sinfonieorchester.
Flankiert werden die Quintette von Schumanns bekannten Kammermusikstücken für Horn, Klarinette und Oboe, allesamt zauberhafte Kompositionen, virtuose Miniaturen.









